Das Ausfuhrkennzeichen

Alle Fakten im Überblick

  • Laufzeiten 9-360 Tage
  • Internationale Anerkennung
  • Roter Ablaufstreifen
  • Für den Export optimiert

Das Ausfuhrkennzeichen / Zollkennzeichen – Fakten, Infos und mehr

Das Ausfuhrkennzeichen ist Deutschlands offizielles Nummernschild für den Export von Kraftfahrzeugen. Seine Vorteile liegen in attraktiven Laufzeiten und internationaler Anerkennung.

Wie sieht das Ausfuhrkennzeichen aus?

Das auffälligste Merkmal

Der knallrote Rand auf der rechten Seite enthält drei Zahlen, die das Ablaufdatum darstellen: An oberster Stelle steht der Tag, darunter folgen Monat und Jahr. So ist auf den ersten Blick erkennbar, ob das Kennzeichen noch gültig ist.

Aufbau des Ausfuhrkennzeichens

ZulassungsbezirkKürzel wie „HH" für Hamburg oder „M" für München
BehördensiegelSiegel der zuständigen Zulassungsstelle
ErkennungsnummerEine Zahl gefolgt von einem fortlaufenden Buchstaben
Roter AblaufstreifenTag, Monat und Jahr des Gültigkeitsendes

Im Vergleich zum regulären Kennzeichen fehlen Prüfplakette, Unterscheidungsbuchstaben und der blaue Eurorahmen.

Alternative: Das Kurzzeitkennzeichen

Wer temporäre Zulassungen für den Export benötigt, findet alternativ das Kurzzeitkennzeichen mit Grüner Karte.

Nachteile des Kurzzeitkennzeichens

  • • Maximale Gültigkeit von nur 5 Tagen
  • • Wird nicht in allen Ländern (auch innerhalb Europas) anerkannt
  • • Mögliche Konsequenzen: Bußgelder, Stilllegungen oder sogar Haftstrafen

Empfehlung: Für Fahrten ins Ausland oder den Export sollte stets das Ausfuhrkennzeichen genutzt werden.

Die Laufzeiten im Überblick

Anders als innerdeutsche Überführungskennzeichen können Ausfuhrkennzeichen mit Laufzeiten zwischen 9 und 360 Tagen zugelassen werden.

9 Tage
Minimum für kurze Exporte
15-30 Tage
Standard für die meisten Überführungen
Bis 360 Tage
Maximale Flexibilität

Besonderheiten des Ausfuhrkennzeichens

Die Kfz-Steuer

Im Gegensatz zum Kurzzeitkennzeichen muss für das Ausfuhrkennzeichen Steuer entrichtet werden. Diese wird auf volle Monate gerechnet – auch bei nur 9 Tagen Nutzung ist ein ganzer Kalendermonat zu zahlen.

Die Vorführpflicht

Bei der Zulassung kann es zur Begutachtung des Fahrzeugs kommen. Dabei werden die eingereichten Dokumente mit der Fahrgestellnummer verglichen, um missbräuchliche Ausfuhr (z.B. Diebstahl) zu verhindern.

Löschung aus dem Verkehrszentralregister

Ein mit Ausfuhrkennzeichen zugelassenes Fahrzeug gilt offiziell als aus Deutschland ausgeführt. Bei erneuter Zulassung in Deutschland ist mit erhöhtem bürokratischem Aufwand zu rechnen.

Vorteile für Exporteure

Mehrwertsteuer-Erstattung möglich

Bei Export in ein Nicht-EU-Land kann unter Umständen eine Mehrwertsteuerrückerstattung erfolgen.

Voraussetzungen:

  • Händler weist Umsatzsteuer auf Rechnung aus
  • Movement-Reference-Number (MRN) für das Fahrzeug
  • Nachweis, dass Fahrzeug die EU verlassen hat

Grenzen durch die Versicherung

Nicht alle Länder sind durch gängige Ausfuhrkennzeichen-Versicherungen abgedeckt. Befahrbare Länder sind auf der Grünen Karte vermerkt.

Nicht abgedeckte Länder?

An der Grenze besteht meist die Möglichkeit, eine neue Kfz-Versicherung abzuschließen. Dann gilt das Ablaufdatum der neuen Versicherung, nicht das auf dem Kennzeichen.

Hinweis: Die Deckungssummen sind vor allem in osteuropäischen oder nichteuropäischen Staaten oft relativ gering. Informieren Sie sich vorab über die Deckungsbeträge.